Stärken bewusst machen und einsetzen schafft starken Erfolg.

von | 15. September 2022 | News

Sind Sie sich Ihrer Stärken bewusst?

Gehören Sie zu den Führungskräften, die pausenlos unter Druck stehen, die Tage und Wochen nur so vorbeiziehen, die meisten Dinge liegenbleiben, Sie laufend nur Probleme lösen müssen und zu Ihrer eigentlichen Arbeit nicht kommen? Reagieren Sie nur noch, statt zu agieren? Peter Drucker sagte, dass der wichtigste Mensch, den man führen muss, man selbst sei. Ich teile diese Ansicht: Wer sich selbst nicht führt, kann auch andere nicht führen.

Ihre Chefin und Ihr Chef, Ihre Kunden und Lieferanten, sogar Ihre MitarbeiterInnen und KollegInnen treiben Sie vor sich her. Sie hetzen von Meeting zu Meeting. Außerdem werden Sie von Ihrem eMail-Postfach beschäftigt. Sie sind Geführte/r, für Führung bleibt keine Zeit – schon gar nicht für gute Führung.

Darf ich Sie etwas fragen? Wie wichtig sind Sie sich eigentlich? Wieviel beschäftigen Sie sich mit sich selbst? Wie gut kennen Sie sich und wie gut kennen Sie Ihre eigentlichen Stärken.

Stärkenorientierung – Sich seiner Stärken bewusst sein

Stärken bewusst machen mit der Four-Evening-QuestionsAktuell beschäftige ich mich sehr intensiv mit der Positiven Psychologie und der Übertragung der Erkenntnisse auf Führung. Ein zentrales Element der Positiven Psychologie ist, sich seiner Stärken bewusster zu werden und diese zielgerichtet einzusetzen. Ich selbst kann einigermaßen gut Klavier spielen. Vor zwei Jahren bekam ich ein Klavier geschenkt, musste es aber selbst abholen. Also musste ich mit drei anderen starken Männern dieses Klavier tragen. Am nächsten Tag ging es meinem Rücken sehr schlecht. Klavierspielen ist sicher meine Stärke und auch konsequent zu üben. Klaviertragen hingegen überhaupt nicht. Dafür fehlen mir Muskeln und Übung. Darüber hatte ich aber mal wieder nicht nachgedacht und einfach – aktionistisch gemacht.

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Nutzen Sie Ihre Stärken bewusst

Hätte ich statt des Klaviertransports drei Stunden Klavierspielen geübt, hätte ich einen Fortschritt erzielt, drei Stunden sehr glückliche Momente und Erfolgserlebnisse gehabt und wäre an den nächsten Tagen beschwerdefrei gewesen. Sie sehen, Stärken bewusst einzusetzen hat gravierende Vorteile. Dinge zu tun, die nicht den Stärken ensprechen, schafft Probleme. Deshalb sollten wir über unsere Stärken reflektieren. Dazu zeige ich Ihnen eine Methode, die Sie am besten zu einem allabendlichen Ritual werden lassen.

Four-Evening-Questions für mehr Stärkenbewusstsein

Nehmen Sie sich jeden Abend, am besten vor dem Einschlafen, zehn Minuten Zeit (mehr brauchen Sie wirklich nicht!) und beantworten Sie fogende vier Fragen (ich habe mir dazu einfach ein Kalenderbuch zugelegt):

Was waren heute die drei Dinge, die mir richtig Freude bereitet haben?

Schreiben Sie mindestens drei Dinge auf, die besonders gelungen sind oder die Ihnen einfach nur richtig Freude oder Spaß gemacht haben.

Wo und wobei habe ich mich heute besonders lebendig gefühlt? Welche meiner Stärken konnte ich dabei unter Beweis stellen?

Diese Frage ist schon etwas schwieriger zu beantworten. Doch wenn wir unsere eigenen Stärken einsetzen, empfinden wir uns lebendiger (stärker, wirksamer, erfolgreicher, …). Spüren Sie da einfach in sich hinein und reflektieren Ihren Tag. Statt “lebendig” passt für Sie vielleicht besser “energiegeladen” oder “aktiv”.

Welchem Menschen kann ich heute wofür besonders dankbar sein?

Dankbarkeit ist nicht nur eine christliche Grundhaltung. Sie zeigt auch auf der physiologischen und psychologischen Ebene, dass wir in einen positiven Zustand wechseln oder diesen verstärken. Probieren Sie es mal aus und machen Sie es sehr konkret, vielleicht sogar an ganz kleinen (fast selbstverständlichen) Dingen.

Welche konkreten Stärken konnte ich heute ausleben oder unter Beweis stellen?

Die letzte Frage ist eigentlich die zentrale, wenn es darum geht, sich der eigenen Stärken bewusst(er) zu werden. Nutzen Sie dazu auch die ersten drei Fragen.

Stärken bewusst machen mit der Four-Evening-QuestionsStärken bewusst einzusetzen macht erfolgreich

Mich hat diese Übung sehr positiv überrascht. Das Journaling oder Tagebuch-/Dankbarkeitsbuch-Schreiben kannte ich seit vielen Jahren. Doch plötzlich zeigten sich mir mit dieser Übung Stärken, die ich – scheinbar unbewusst – in positiven und gelingenden Situationen einsetze, die ich aber niemals als solche genannt hätte. Schnell wurde mir klar, dass es in meiner Kindheit einflussreiche Menschen gegeben hat, die mir ständig gesagt haben, dass ich faul und inkonsequent bin und bloß nicht auffallen sollte – immer hübsch bescheiden sein. Also hielt ich meine Stärken zurück, blieb damit aber auch unter meinen Möglichkeiten.

Machen Sie sich Ihre Stärken bewusst

Wenn ich heute stärkenbewusst handel, bin ich zufrieden, ausgeglichener und habe mehr Erfolgserlebnisse. Gleichzeitig fallen mir Stärken meiner Mitmenschen viel stärker auf. Im Führungskontext kann ich MitarbeiterInnen ihre Stärken bewusst machen und ihnen dann ebenfalls zu deutlich mehr Erfolgserlebnissen verhelfen. Peter Drucker hatte also Recht: Zu erst sich selbst gut führen. Dann klappt es auch mit dem Mitarbeitenden.

Risiken und Nebenwirkungen?

Mir ist noch ein Hinweis wichtig, der sie möglicherweise von dieser Routine abhält: Sie werden durch diese Übung unweigerlich stärker. Ich meine diesen Hinweis wirklich ernst. Nicht jeder erträgt, dass Sie stärker und erfolgreicher werden und dabei auch noch glücklicher sind. Rechnen Sie mit dem Besten.

 

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Marcus Hein

Marcus Hein

Autor dieses Beitrags

Der Autor dieses Beitrags ist Experte für Neurologische Führung sowie Trainer und Coach für New Leadership. Er hat über 30 Jahre Führungserfahrung und begleitet Unternehmen und Führungskräfte, gehirngerecht zu führen und überdurchschnittliche Erfolge zu generieren

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