Problemlösung mit Appreciative Inquiry

von | 28. Juli 2022

Problemlösung ist ganz oft Führungsaufgabe. Abgesehen davon, dass die Führungskraft häufig nicht der beste Problemlöser ist, gehen wir meist wenig sinnvoll vor. Wir fokussieren auf das Problem, wie es entstanden ist und wie dieses Problem zu beheben ist, damit dieses Problem nicht mehr stört oder nicht wieder auftritt. Dabei steht aber oft das Problem der Problemlösung im Weg.

Neurologische Führung antizipiert seit Jahren die wissenschaftlichen und führungspraktischen Erkenntnisse der Positiven Psychologie. Neurologische Führung ist Positive Leadership. Hier möchte ich Dir zeigen, wie Problemlösung mit einem speziellen Tool der Positiven Psychologie gelingt.

Dieses Instrument ist inzwischen bekannt und etabliert, leider aber in der allgemeinen Führungspraxis noch nicht so recht angekommen. Deshalb will ich in diesem Blog-Beitrag darauf eingehen und Dir zeigen, wie Du sie in fünf Schritten zur Problemlösung nutzen kannst.

Appriciative Inquiry ist radikale Ressourcenorientierung

Die Positive Psychologie schaut permanent auf Ressourcen. Deshalb ist sie so sehr geeignet im Führungs- oder auch im Coaching-Prozess. Die Appriciative Inquiry prägt folgende Indikatoren:

  1. Wertschätzung für vorhandene Ressourcen und Potenziale des Einzelnen oder des Systems (z. B. Team).
  2. Das zentrale Element ist das Interview, also die Befragung von Ressourcen- und Potenzialträgern.
  3. Probleme werden als Impuls für Veränderungen betrachtet.

Wie kannst Du nun die Appriciative Inquiry für die Problemlösung einsetzen?

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Wir beginnen heute mit der Strategie

Motivation: Vermeidend oder Anstrebend?

Die Psychologie nennt diese Strategie schmerz- oder lustmotiviert. Frühkindlich lernten wir, ob uns eher Ziele und Erstrebenswertes motiviert oder ob wir eher motiviert sind, Fehler zu finden oder zu vermeiden.

Der vermeidend-motivierte Mensch braucht für den inneren Antrieb Zustände, die er so nicht mehr haben will, die er ablehnt. Er kommt erst ins Handeln, wenn der Schmerz oder das Problem groß genug ist. Empfindet er aktuell diesen Schmerz nicht, handelt er auch nicht. Von außen betrachtet ist er unmotiviert. Durchschnittliche Mitarbeiter sind in der Regel eher vermeidend-motiviert.

Der anstrebend-motivierte Mensch braucht Ziele und erstrebenswerte Zustände. Er will gesund oder sportlich sein, Millionär werden, Traumpartner finden oder er setzt alles daran, seinen Traumurlaub in der Karibik zu realisieren. Führungskräfte sind häufig anstrebend-motiviert.

Die Sprache verrät die Motivation

An der Sprache können wir erkennen, ob jemand vermeidend- oder anstrebend-motiviert ist. Der Vermeidende redet über Probleme, Schwierigkeiten und Fehler (vor allem anderer Menschen) und der Anstrebende über Ziele. Stellen Sie einem Bewerber die Frage, warum er von A nach B gewechselt ist, nennt der Vermeidende die Probleme im Unternehmen A und der Anstrebende die Entwicklungsperspektive im Unternehmen B.

Motivation der Mitarbeiter: Vermeidend oder Anstrebend?

Da Sie vermutlich eher anstrebend-motiviert sind, werden Sie mit Ihren Mitarbeitern vor allem über Ziele und Zielzustände, über zukünftige Entwicklungen und Chancen sprechen. Falls Ihr Mitarbeiter aber vermeidend-motiviert ist, wird er das Gespräch mit Ihnen verlassen und bei sich denken: "Das ist ja alles schön und gut, was der Chef da plant. Ich weiß nur nicht, wo eigentlich das Problem ist. Es ist doch alles in Ordnung." Ihr Mitarbeiter erkennt zwar das Ziel, kann es möglicherweise auch wiederholen, aber er wird dadurch nicht motiviert sein.

Leadership Training - Mitarbeiterbindung

So sprechen Sie mit den vermeidend-motivierten Mitarbeitern

Sie sollten für sich selbst und für jeden Mitarbeiter wissen, ob Sie und er eher anstrebend- oder eher vermeidend-motiviert ist. Beides ist völlig okay. Sind Sie und Ihr Mitarbeiter beide gleichermaßen vermeidend- oder anstrebend-motiviert, fällt die Kommunikation leicht und die Motivation des Mitarbeiters wird relativ hoch sein.

Sind Sie aber unterschiedlich motiviert, dann müssen Sie als Führungskraft Ihre Sprache anpassen. Sprechen Sie als anstrebend-motivierte Führungskraft nur kurz über Ihr Ziel oder das Ergebnis einer Aufgabe und beschreiben Sie dann ausführlicher die Probleme und Schwierigkeiten, die mit dieser Aufgabe oder diesem Ziel behoben oder vermieden werden. Passen Sie Ihre Sprache an den Empfänger an, genauso wie Sie vielleicht mit einem Spanier nicht in deutscher, sondern in spanischer Sprache sprechen, damit er Sie versteht.

In diesen Tagen erfuhr ich von einem Produktionsleiter, dass er seine Mitarbeiter mit großen Zielen motivierte, sich aber wunderte, dass niemand darauf ansprang. Nachdem er  über zu vermeidende Schwierigkeiten und Probleme sprach, verstanden das die Mitarbeiter und waren plötzlich hoch motiviert. Ein einfacher Trick mit unglaublich positive Folgen hat.

Motivation auf Distanz bei Remote Leadership?

Auf Distanz, wenn Mitarbeiter im Home Office sind, erfahren Sie deutlich später, ob ein Mitarbeiter motiviert seine Aufgaben erledigt oder nicht. Wenn Sie jetzt die richtige Motivationsstrategie anwenden, können Sie der Motivation Ihrer Mitarbeiter sicher sein. Auf diese und die anderen Denk- und Motivationsstrategien gehen wir sehr ausführlich im zweiten Modul unseres Leadership-Trainings Remote Leadership ein. Sichern Sie sich noch heute einen Platz in diesem hochwirksamen Training und damit die Motivation Ihrer Mitarbeiter auch auf Distanz.

New Work - New Leadership

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Marcus Hein

Marcus Hein

Autor dieses Beitrags

Der Autor dieses Beitrags ist Experte für Neurologische Führung sowie Trainer und Coach für New Leadership. Er hat über 30 Jahre Führungserfahrung und begleitet Unternehmen und Führungskräfte, gehirngerecht zu führen und überdurchschnittliche Erfolge zu generieren

Leadership Training - Neurologische Führung - New Leadership - New Work

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